Künstler

Die Werke der beiden in den USA lebenden Künstler, Till Nowak und Levi Jackson, bestehen zum Großteil aus Bewegtbild- und fotografischen Medien. Überwiegt bei Nowak die Arbeit mit digitalen Computerprogrammen und erweiterten Realitäten (Augmented Realities), so mischen sich bei Jackson analoge, konkret-arrangierte Handlungssituationen im Landschaftsraum, die im Ergebnis schließlich in dokumentarartiger, jedoch fragmentarischer Form erscheinen. Er benutzt digitale Medien lediglich zur Aufnahme, Post-Produktion und Präsentation, manipuliert aber die Handlungen als solche nicht mehr.

Bei allen formalen Unterschieden verbindet Nowak und Jackson inhaltlich eine ganze Reihe von Elementen: Beide Künstler fragen in ihren Werken nach Zivilisationsbedingungen. Beide haben ein intensives Interesse an Manipulation, um inhaltlich ihre kommunikativen Fokussierungen genau, nachvollziehbar und teilweise in übersteigerter Form sichtbar zu machen.

Dies vollzieht sich auch jenseits dessen, was das jeweilige Video zeigt und außerhalb des Sichtbaren liegt. Die Geschichte hinter der Geschichte verbindet wie ein roter Faden die internen Aussagen – visuell, rhetorisch und sprachlich-semantisch.

Die Landschaft spielt bei beiden Künstlern eine wesentliche Rolle, sowohl als Ort des Geschehens als auch als Interpretations- und Bezugsraum künstlerischen Handelns. Die Landschaft ist seit Jahrtausenden ein Ort für Manipulation gewesen, sowohl geographisch als auch philosophisch-kulturell. Das naturhafte der Landschaft verschwand in Europa – und verschwindet bis heute – gegenüber der Kulturlandschaft. Landschaft ist heute kein „zurück zur Natur“ (Rousseau), sondern ein zurück zu Bildern und Vorstellungen, die politisch-national, eigentumsrechtlich und kommunikativ-kulturell geprägt sind.

Und schließlich arbeiten beide Künstler mit kritischem Humor und zuweilen tragischer Ironie.